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Die 4 Himmelswächter als Urprinzipien der Schöpfung

  • Laura Deichl
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Die vier Himmelswächter. In der Kabbala 'die heiligen Tiere' am Thron Gottes sind sie die höchste Engelshierarchie. Doch ebenso sind sie Sternbilder und kosmische Richtungen, wie auch die vier Elemente und Himmelsrichtungen als die Prinzipien der Materie.




Die wunderschöne Walburgiskapelle am Kloster Seeon im Chiemgau. Geomantisch unter anderem mit einem schönen Göttinnenfokus und einem Engel im Altarraum, finden wir hier in den Wandfreskos große Urbilder, Schöpfungsstrukturen, die hier ihren Raum finden. Neben den drei 'Heiligen Madln' im Altarraum, die die drei Aspekte der Großen Göttin verkörpern (Barbara mit dem Turm, axis mundi, Weltenachse als weiße Göttin; Margarethe mit dem Wurm, Drachen, Urkraft, als rote Göttin; Katharina mit dem Rad, Wandlung, Transformation, als schwarze Göttin), sind an der Decke insbesondere die vier Himmelswächter (Custodes caeli) zu finden. Im Christlichen sind sie bekannt als die vier Evangelisten, doch ihr Ursprung geht viel tiefer. Sie sind Urbilder, beschreiben Schöpfungsstrukturen.



Die Heiligen Tiere


Die vier Himmelswächter (Custodes caeli): Stier, Löwe, Adler/Skorpion und Wassermann/Mensch. In der Kabbala sind die vier 'Heiligen Tiere', die Chajoth ha-Kadosch, die am Thron Gottes sitzen. Damit entsprechen sie auch der höchsten Ebene der Engelshierarchien (die man auch unter dem Namen Seraphin kennt; die Engelshierarchien entsprechen in den mystischen Lehren dem Heruntertransformieren der göttliche Energie als pure Elektriziät, damit sie auch der inkarnierten Schöpfung zugänglich wird).


Die vier heiligen Tiere werden im Buch Hesekiel der Bibel beschrieben. Ebenso liest man in der Johannes Apokalypse:


"Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Und in der Mitte am Thron und um den Thron waren vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten. Und die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die zweite Gestalt war gleich einem Stier, und die dritte Gestalt hatte ein Antlitz wie ein Mensch und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler. Und eine jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und die waren außen und innen voller Augen und sprachen: Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr, der Allmächtige, der da war und da ist und der da kommt." (Off 4,2)


Sie sind sind also die Wesen, die der göttlichen Quelle, Gott selbst, der reinen Elektrizität, am nächsten kommen können, die die Emanationen Gottes als erste Geschöpfe empfangen. In der Weltenschöpfung sind sie, wie der Mystiker Omraam Mikhael Aivanhov schreibt "eingetaucht in das Meer der Urmaterie, die noch voll am Siedepunkt ist. Sie trinken aus der Quelle des Lichtes, der Quelle der Liebe, die ihre einzige Nahrung ist."




Die '4' - Prinzipien der Materie


Doch die vier Wesen stellen dabei ebenso die vier Prinzipien der Materie, der geformten Raumzeit dar (der '4' in der Zahlenmystik). Zum einen in den Elementen: Erde, Feuer, Wasser und Luft, wobei die Elemente auf dieser Ebene noch mehr Geist als Materie sind, sich noch nicht wirklich materialisiert haben. Gleichermaßen entsprechen die vier heiligen Wesen Sternbildern bzw. kosmische Richtungen. So bilden sie im Zodiac das sogenannte fixe Kreuz (im Jahreskreis Mai, August, November, Februar). Zudem sind sie den vier Himmelrichtungen zugeordnet. Zusammenfassend also:


  • Stier: Erde, Lukas, Osten

  • Löwe: Feuer, Markus, Süden

  • Adler/Skorpion: Wasser, Johannes, Westen

  • Wassermann/Mensch: Luft, Matthäus, Norden






Quinta Essentia


In der Mitte der Deckenmalerei finden wir schließlich das Christusprinzip. Christus wird auch als das fünfte Element, die quinta essentia bezeichnet (ebenso der Äther, der heilige Drache). Er ist das Eine, das der Vier gegenüber steht (das 1-4 Prinzip als eines der wesentlichsten Prinzipen der Struktur unserer Schöpfung, siehe Friedrich Weinreb 'Schöpfung im Wort'). Die 5 ist in der Zahlenmystik des Mensch (1-4 ist 5; ein Daumen, vier Finger; ein Kopf, vier Gliedmaßen), die im Christusbewusstsein zur 6 wird, der Zahl der Sonne und des göttlichen Menschen als Sonnenwesen. Im Christusbewusstsein verkörpern wir als göttlicher Mensch den Himmel auf Erden. Wir erlangen die Erleuchtung darin, dass wir so tief in die Materie, die geformte Raumzeit (die 4) und ihre schmerzvollen wie liebesdurchdrungen Erfahrungen eintauchen, dass wir darin das Göttliche (die 1) finden. Und erkennen, dass wir immer schon zuhause waren.






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Bild: Seraph mit Augen. Wikipedia gemeinfrei.














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