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Kräfte im Zodiac - Fische

  • Laura Deichl
  • 2. März
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. März

Im Zeichen der Fische erlöst sich der Mensch endgültig und erlangt die vollkommene Selbsterkenntnis. Er vereint sich mit seiner Ergänzungshälfte. Das Persönliche löst sich im Transpersonalen auf. Im eingeweihten Bewusstsein kehrt das grenzenlose Selbst heim.





In dieser Reihe stell ich dir die 12 Kräfte des Zodiac vor. Sie sind die 12 Grundkräfte, die die ganze Schöpfung aufbauen und permanent durch jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze, jeden Einzeller, jeden Weltenkörper hindurch wirken. Sie sind die 4 Gesichter Gottes (Feuer, Wasser, Erde, Luft bzw. Norden, Osten, Süden, Westen) in jeweils 3 Offenbarungen. Diese 12 Kräfte bilden gleichzeitig eine Entwicklungsreihe, beginnend mit Widder und endend mit Fische, und somit das immerwährende Rad der Erneuerung, mit dem sich Leben in der Form manifestiert. Sie beschreiben unseren eigenen Lebenslauf, aber auch den jeder Pflanze, jedes Tiers, jeder Zivilisation, jedes unserer Projekte, sogar den Lauf jeder unserer Tage. Um später die anderen Beiträge der Reihe zu lesen, gib einfach 'Zodiac' in die Suchfunktion des Blogs ein oder wähle die Kategorie 'Astrologie' aus.



Nachdem im luftigen Wassermann der Mensch seine persönlichen Begrenzungen transzendiert und zum reinen göttlichen Kanal und Werkzeug geworden ist, erlöst er sich nun im letzten Zeichen des Zodiacs, den Fischen (20. Februar bis 20. März), endgültig und erlangt die vollkommene Selbsterkenntnis, wird mit seinem Bewusstsein in das göttliche Selbst eingeweiht. Zusammen mit dem Krebs und dem Skorpion, gehören die Fische zu den drei Offenbarungen des vierten, wässrigen Gesichts Gottes. Sie alle tragen einen stark seelischen Charakter in sich.


Wie die Fische im unendlichen Ozean wohnen und nur ab zu auftauchen, nur um wieder in den unendlichen Tiefen zu verschwinden, schreibt Elisabeth Haich, ähnelt das wahre Wesen des menschlichen Bewusstseins dem Ozean. Ein Teil davon befindet sich an der Oberfläche, der viel größere Teil liegt im Unbewussten, speist aber immerzu unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Taten. Der Mensch aber, der sich im Kreis des Zodiac erlöst hat, kennt kein Unbewusstes mehr. Vollkommen bewusst kann er die Tiefen des Ozeans durchqueren, aus dem er kommt - dem Alleinen, Göttlichen, All-Bewusstsein. Wie im astrologischen Zeichen der zwei Fische erkenntlich, vereinen sich das Männliche und Weibliche als die zwei Offenbarungen des Geschlechts zu einem. Der Mensch erlebt die Einswerdung mit seiner Ergänzungshälfte, was die Vernichtung der Materie bedeutet. Das Persönliche löst sich im Unpersönlichen, Transpersonalen auf. Das grenzenlose Selbst kehrt heim, geht in seiner himmlischen Heimat, dem göttlichen Alleins auf. Der Kreis der Materiewerdung, Formwerdung, und ihrer Auflösung, Vergeistigung schließt sich. Oder wie Elisabeth Haich schreibt: "Das große Werk wird durch die Ausstrahlung dieser Kraft vollendet, die Vergeistigung der Materie ist vollbracht".


Der Herrscher der Fische ist der Mond. Während die Sonne archetypisches Symbol für das Bewusste ist, ist es der Mond für das Unbewusste. Während der Sonne die Tagseite der Schöpfung, das Gold und die Ich-Entwicklung, das Ichbewusstsein, zugeordnet ist, gehören dem Mond die Nachtseite, das Silber und das Kollektivbewusstsein. Der Mond ist die Kraft der Ent-Grenzung, das Auflösen der eigenen definierten Grenzen im Undefinierten, im Kollektiv. Während der Mensch in der Sonne lernt, wer er in seiner ureigenen Signatur ist, erfährt er im Mond, was es bedeutet Teil eines großen Ganzen zu sein. Ebenso gehören dem wässrigen Mond die Gefühle und das Träumen, das Surreale, die Nacht, die Regeneration, das Empfängliche und Empfangende, und die Kindheit (Lebensphase von 0-7 Jahren in der Anthroposophie).


Im Tarot entspricht den Fischen natürlich die Karte der XVIII Der Mond. Sie steht für letzte Prüfungen und die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten, stellt aber gleichermaßen eine Schwelle zu einer neuen Bewusstseinsebene dar (denn nach den Fischen geht ja mit dem Widder alles wieder von Neuem los). Die Karte zeigt zwei Säulen, auf denen die geformte Welt ruht (genannt Jachin und Boas in der Mystik), farbig hinterlegt von hohen Wellen. An jeder Säule steht ein wolfsköpfiger Wächter (ägyptischer Totengott Anubis), die am Schleier der Illusionen wachen. Das Portal zwischen den Säulen in das Dahinter erinnert an eine weibliche Vulva, in der sich zwei Spiralen wie DNA Helixen umeinander winden. Der Skarabäus, großes Symbol der Wandlung und Transformation hält in seinen Zangen die goldene Sonnenscheibe. Die Karte erinnert uns, dass die gesamte manifest gewordene Schöpfung den Gesetzmäßigkeiten der Form unterliegt, zu denen insbesondere das Zyklische, der ewige Kreislauf aus Sterben und Werden gehört. Alles was in der 'Welt der 2', der geformten Welt, in Erscheinung tritt, muss irgendwann wieder vergehen. Doch genau in diesem Sterben liegt das Portal in das neue Leben hinein. Dieses Portal des Sterbens immer wieder zu durchschreiten, hinein in einen Raum, in dem nichts Gelerntes, keine Konzepte mehr greifen, und sich jede Vorstellung über die Welt und uns selbst auflösen, braucht Mut. Doch das allein lässt uns wahrhaft den Weg des Menschen gehen. Und irgendwann vollenden.






Die Kraft der Fische in dir


Wo wirkt gerade die Kraft der Fische in dir oder deinem Leben? Wo will von dir gerade die Schwelle des Sterbens durchschritten werden? Wo darfst du alle Vorstellungen und Konzepte über dich selbst auflösen, damit du letztendlich im göttlichen Alleins aufgehen kannst?




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Alle anderen Beiträge zu den Kräften im Zodiac findest du hier am BLOG in der Kategorie 'Astrologie' (oder über die Suchfunktion unter dem Wort 'Zodiac').




Weiterführende Literatur:


Haich, Elisabeth (1954). Einweihung. 8. Auflage, 2024. Aquamarin Verlag, Grafing.


Ziegler, Gerd (2014). TAROT. Spiegel der Seele. [Begleitbuch zum Crowley Tarot]. 52. Auflage, 2022. Königsfurt-Urania Verlag: Neuhausen, Schweiz.





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