Kräfte im Zodiac - Steinbock
- Laura Deichl
- 23. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Im Steinbock überwindet sich die Materie selbst. In ihrer maximalen Zusammenziehung und Dichte wird das göttliche Sonnenkind geboren. In der mystischen Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips erlangt der Mensch seine schöpferische Kraft.

In dieser Reihe stell ich dir die 12 Kräfte des Zodiac vor. Sie sind die 12 Grundkräfte, die die ganze Schöpfung aufbauen und permanent durch jeden Menschen, jedes Tier, jede Pflanze, jeden Einzeller, jeden Weltenkörper hindurch wirken. Sie sind die 4 Gesichter Gottes (Feuer, Wasser, Erde, Luft bzw. Norden, Osten, Süden, Westen) in jeweils 3 Offenbarungen. Diese 12 Kräfte bilden gleichzeitig eine Entwicklungsreihe, beginnend mit Widder und endend mit Fische, und somit das immerwährende Rad der Erneuerung, mit dem sich Leben in der Form manifestiert. Sie beschreiben unseren eigenen Lebenslauf, aber auch den jeder Pflanze, jedes Tiers, jeder Zivilisation, jedes unserer Projekte, sogar den Lauf jeder unserer Tage. Um später die anderen Beiträge der Reihe zu lesen, gib einfach 'Zodiac' in die Suchfunktion des Blogs ein oder wähle die Kategorie 'Astrologie' aus.
Nachdem im feurigen Schützen das Wesen über seine niedere Natur hinausgewachsen und zu einem großen Lehrer geworden ist, überwindet sich im Steinbock (22. Dezember bis 20. Januar) die Materie selbst. In ihrer maximalen Konzentration wird das göttliche Sonnenkind geboren. Zusammen mit dem Stier und der Jungfrau gehört der Steinbock zu den drei Offenbarungen des zweiten, irdischen Gesichts Gottes. Sie alle tragen den mütterlichen Aspekt in sich. Während im Stier ein neuer kosmischer Impuls vom Weiblichen, der fruchtbaren Erde empfangen wird und erstmals in der Materie in Erscheinung treten kann, ist die Jungfrau der schwangere Aspekt und der Steinbock schließlich ist der gebärende Aspekt des Mütterlichen.
Der Steinbock lebt im schroffen und felsigen Hochgebirge. Wenn formgewordene Materie geronnener, kristallisierter Geist ist, erreicht sie im Stein ihre höchstmögliche Dichte. Hier wirkt das konzentrierende, zusammenziehende Gesetz der Materie. Doch scheint sie sich am Punkt ihrer höchsten Dichte selbst zu überwinden, wird sie doch irgendwann auf einmal zum transparenten, durchsichtigen, lichtvollen Kristall. Das beschreibt gleichermaßen den Weg zum vollkommenen Menschen. In unseren Herausforderungen durchschreiten wir Bereiche höchster Dichte. Doch genau dieser Schleifprozess lässt uns letztendlich unseren eigenen Körper, und alles was uns darin bindet, zu überwinden und zum durchsichtigen Kristall werden, der alle Farben des Regenbogens bricht (siehe im Indianischen der Regenbogenkörper). So führt genau über den Punkt der maximalen Dichte, Konzentration, der Weg ins erleuchtete Bewusstsein. Wie Elisabeth Haich schreibt, das Göttliche offenbart sich und durch die Materie, den Körper. Genau darum wird auch in den Tiefen der Wintersonnwende das göttliche Sonnenkind, die universelle Liebe geboren. Und der zum klaren Kristall gewordene Mensch offenbart diese Liebe in Worten und Taten.
Der Herrscher des Steinbocks ist Saturn, der oft als der strenge Vater bezeichnet wird, der uns immer wieder großen Lebensprüfungen unterzieht (wenn auch im absolut besten Willen). Saturn ist der letzte der sichtbaren Planeten und damit Hüter der Schwelle zur geistigen Welt. Als Chronos ist er somit auch auch Hüter der Zeit, er ist Planetenkraft der Vergänglichkeit, der Alterungsprozesse und des Todes, des Verhärtens, des Kristallinen, des Winters mit Eis und Schnee. Im gehört das Schicksalhafte, das Unabänderliche, das Karma. Doch Saturn ist auch der, der uns immer wieder prüft, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Damit ist er unser Bewusstseinsbringer, und in den alten Weisheitswegen die letzte Einweihungsstufe, das kosmische Licht.
Im Tarot entspricht der Steinbock der Karte der XV Teufel, die in unserer dualistisch-christlich geprägten Kultur von Gut und Böse meist nicht wirklich verstanden wird. Der 'Teufel' wird hier als Pan, der weiße Bergziegenbock, dargestellt. Dazu musst man wissen, dass der alte Name des Sternbildes Steinbock Ziegenfisch ist, also halb Ziege halb Fisch (mit mythologischen Hintergrund, den ich hier nicht ausführe). Pan ist also der alte Gott des Winters. Mit einer phallischen Formgebung, die tief in der Erde verankert ist und sich gleichermaßen in den Kosmos als dem Körper der Sternengöttin Nuth ergießt, stellt die Karte selbst stellt die zeugende Vereinigung von männlicher und weiblicher Kraft dar. Genau spiegelbildlich findet man dieses Motiv in der keltisch und germanischen Kultur, wo zur Wintersonnwende imaginiert wurde, dass der neue kosmisch-männliche Impuls, den Urmutterbauch der Erde neu befruchtet. In ebendieser mystischen Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips erlangen die Natur wie auch der Mensch die schöpferische Kraft für den neuen Zyklus. Zudem wird der Pan mit einem 'dritten Auge' dargestellt, welches die tiefere Schau, die Fähigkeit außersinnlicher Wahrnehmung, das Blicken in das Wesen der Dinge symbolisiert, die der Mensch auf seinem Bewusstseinseinsweg erlangt. So schmunzelt Pan, über alle Projektionen auf ihn als das vermeintlich 'Dunkle', denn er sieht hinter die Dinge.
Die Kraft des Steinbocks in dir
Wo wirkt gerade die Kraft des Steinbocks in dir oder deinem Leben? Wo darfst du in den Rückzug des Steinbocks gehen, um wahrhaft sehen zu lernen? Dualität in Polarität zu wandeln? Wo darfst du dich noch mehr dem Dichten zuwenden, um darin tieferen Erkenntnis zu erlangen? Und wo darfst du jetzt zur Seite treten, damit ein schöpferischer Neubefruchtungsmoment passieren kann?
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Der nächste Beitrag zu den Kräften des Zodiac folgt im Januar: der Wassermann.
Weiterführende Literatur:
Haich, Elisabeth (1954). Einweihung. 8. Auflage, 2024. Aquamarin Verlag, Grafing.
Ziegler, Gerd (2014). TAROT. Spiegel der Seele. [Begleitbuch zum Crowley Tarot]. 52. Auflage, 2022. Königsfurt-Urania Verlag: Neuhausen, Schweiz.






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