Uranus - Systemsprenger, Neondenken & neue Zeit
- Laura Deichl
- vor 2 Stunden
- 7 Min. Lesezeit
In der Astrologie ist er bekannt als der Unvorhersehbare und Systemsprenger. Doch ebenso bringt er als 8. Planet eine Neue Welt. Als einer der drei Planeten 'hinter dem Schleier' ist Uranus unsere neue Fähigkeit zum Neondenken oder Überlichtsgeschwindigkeitsdenken.

In der Astrologie ist er bekannt als der Unvorhersehbare und der große Systemsprenger, der plötzlich und unerwartet Veränderung bringt, die nicht immer angenehm ist: Uranus. Doch ebenso ist er als einer der drei geistigen Planeten 'hinter dem Schleier' ein Bringer der Neuen Welt. In der jüdischen Mystik ist Uranus dem achten Tag (nach den sieben Schöpfungstagen) zugeordnet, also der Erlösung, einer neuen Zeit. Er lässt uns in einer in eine höhere Ebene der Schöpfung blicken, und erkennen, dass die Dinge ganz anders sind als sie uns hier im Sichtbaren erscheinen. Uranus ist unsere Fähigkeit, kosmisches Wissen, reines Denken zu empfangen, das noch nie gedacht worden ist. Zeitraumdenken, Überlichtgeschwindigkeitsdenken. Neondenken. Das Denken der neuen Zeit, des neuen Menschen. Diesen Sommer ist er besonders präsent. Über Uranus, seine kosmische Kraft und das Bewusstsein des Neuen Menschen.
Mythologie
Zunächst einmal, wer war Uranus überhaupt mythologisch. In der griechischen Mythologie ist Uranus (oder auch Uranos) der personifizierte Sternenhimmel und einer der ersten Urgötter (von Altgriechisch Οὐρανός Ouranós, deutsch ‚Himmelsgewölbe‘ bzw. Lateinisch Uranus, Coelus oder Caelum). Er ist Sohn und später Gemahl der Gaia. Er formte sich aus dem Chaos um umspannte schließlich als Himmelsgewölbe die Erde Gaia. Mit Gaia zeugte er die zwölf Titanen, aber auch einäugig Zyklopen oder hundertarmige Hekatoncheiren. Uranos verbannte letztere in den Tartaros, das Innere der Erde, was Gaia sehr schmerzte. Daher gab sie ihrem jüngsten Sohn Chronos (Saturn) eine Sichel. Dieser überwältigte Uranos, entmannte ihn und warf die Genitalien ins Meer. Aus dem Blut, das auf die Erde tropfte entstanden die Erinyen, die Rachegöttinnen, und die Giganten. Aus dem Schaum des Meeres gebar sich Aphrodite. Chronos (Saturn) übernahm die Weltherrschaft, wurde jedoch später ebenso von seinem Sohn (Zeus) gestürzt, was von Uranos schon prophezeit wurde.

Einer der neuen Planeten
In der alten Astrologie berücksichtigte man lediglich die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten. Der letzte unter ihnen war Saturn, der daher auch oft als Hüter der Schwelle zwischen Geist und Materie, Unsichtbarem und Sichtbarem bezeichnet wird. Mit Neptun und Pluto gehört Uranus gehört zu den neuen Planeten, vom Menschen 'entdeckt' im Jahr 1781. Die Entdeckung neuer Planeten weist immer spannende Synchronizitäten mit großen Umbrüchen oder Entdeckungen einer Zeit in der Menschheitsgeschichte auf. So wurde Uranus in einer Zeit gefunden, in der es große und radikale Umbrüche in gesellschaftlichen und politischen Strukturen gab.
Die drei neuen Planeten werden in der Astrologie oft als die geistigen oder kollektiven Planeten bezeichnet. Während die alten Planten sehr in unsere persönliche Entwicklung hineinwirken, beeinflussen die neuen vor allem die kollektive Menschheitsentwicklung und hohe geistige Belange (dazu gleich noch mehr).
Unerwartet, plötzlich und neu
Der radikale Umbruch im Kollektiven entspricht exakt der kosmischen Qualität, mit der er assoziiert ist. In der Astrologie ist Uranus bekannt als der Unvorhersehbare und der große Systemsprenger, der plötzlich und unerwartet Veränderung bringt, die nicht immer angenehm ist. Das kommt schon in seiner Planetenbahn zum Ausdruck. Wie eine meiner großen Lehrerinnen immer so schön sagt, er ist wie eine Flipperkugel, man weiß nie woher er kommt. So ist er auch der neue Herrscher vom ebenso radikalen Wassermann, der befreite Geist, der keine Grenzen und Hindernisse kennt und in seiner Rebellion sprengt er das, was der Steinbock zuvor als Gesetz, Struktur und Hierarchie vertreten hat. Doch gleichermaßen ergießt aus seinem Krug das Wasser des Lebens, das in hohen, geistigen Frequenzen durch alle Welten strömt. Wie Elisabeth Haich schreibt: "Er ist das strahlende Kind Gottes geworden, das keine Geschlechtlichkeit kennt. Es strahlt aus sich selbst heraus, ist die Quelle der höchsten geistig-göttlichen Kraft." Das ist genau die Kraft von Uranus, die radikal (wenn auch zunächst nicht immer angenehm) alte Strukturen aufbricht, um Raum für Neues zuschaffen.
Der achte Planet bringt die Neue Zeit
In der jüdischen Mystik ist Uranus der achte Planet und dem achten Tag (nach den sieben Schöpfungstagen) zugeordnet. In der alten Zahlenmystik stellt der Übergang von der 7 zur 8 eine Schwelle dar. Sieben Tage dauerte die Schöpfung, sieben ist die Vollendung und Vollkommenheit im Irdischen. Die acht sprengt diesen Rahmen, sie ist ein Neuanfang und die neue Schöpfung des Göttliche. So ist auch Jesus Christus am achten Tag auferstanden. Mit dem siebten Tag ist ein Zyklus vollendet, stirbt, und der nächste beginnt. Dazu kurz Friedrich Weinreb zitiert: "Das Ende des siebten Tages aber erfolgt in einer Atmosphäre der Stille, das Ende einer Welt. (...) In dieser Atmosphäre, in der eine Welt geht, um einer neuen, bereits vorhergesagten Platz zu machen (...) Und dann kommt, wenn alles vom vorigen Tag vorüber ist, wenn er vollständig untergegangen und es völlig dunkel ist, dann kommt der achte Tag. Ein neues Licht wird entzündet.(...)." Die Acht bringt die Erlösung und die Neue Welt.
So ist nun Uranus in der jüdischen Mystik der achte Planet. Er heißt dort sogar nur der Achte, denn sagt man, man kann ihm noch keinen Namen geben, da Namen nur für das gelten, was man zeiträumlich erfassen kann (siehe ebenso Weinreb). Uranus lässt uns aber auf die andere Seite, hinter den Schleier blicken.

Jenseits des Schleiers
Wie schon gesagt, ist Uranus einer der drei Planeten, die hinter dem Schleier sitzen, der das Sichtbare vom Unsichtbaren, die Materie vom Geist, das Irdische vom Göttlichen, die Raumzeit vom Zeitraum trennt. Den Schleier der Trennung, der Illusion (Maya), durch den wir bei unserer Inkarnation fallen, und dabei vergessen, wer wir sind und woher wir kommen.
Uranus sitzt in der heiligen Trinität (Brahma, Vishnu, Shiva; Vater, Sohn, Heiliger Geist bzw. Gott-Göttin, Göttliches Kind und Heiliger Geist) auf dem Ur-Miasma der Ur-Skrophulose. Dort wo Gott sprach, Fiat lux, es werde Licht. Und es ward Licht. Schöpfung im Wort. Uranus ist damit verwoben mit der Frequenz des göttlichen Kindes (wie Horus in Ägypten oder Jesus Christus im Christentum).
Dass die Veränderungen, die Uranus bringt, unerwartet erscheinen, liegt also lediglich daran, dass wir sie nicht vorausahnen können, weil unsere menschliche Wahrnehmung noch nicht dementsprechend weit ist. In je größerer Entfernung Planeten von der Erde sind, desto schwieriger ist ihr Einfluss von uns bewusst (!) wahrnehmbar (und er recht lenkbar). Die Frequenzen werden so hoch und geistig, dass wir sie zumindest mit unserem derzeitigen Menschheitsbewusstsein noch nicht abgreifen können. Das erweckt den Eindruck, dass das Wirken von Uranus 'plötzlich und unerwartet' kommt.

Zeitraumbewusstsein
Der Mensch lebt derzeit einfach fast ausschließlich im Bewusstsein der irdischen, geformten Welt von Raum und Zeit (Raumzeitbewusstsein). Der Neue Mensch erwacht jedoch im Zeitraumbewusstsein. Der Zeitraum liegt hinter dem Schleier, jenseits der geformten Raumzeit, die wir für gewöhnlich als unsere Wirklichkeit erachten. Da Uranus hinter dem Schleier sitzt, lässt uns in einer in eine höhere Ebene der Schöpfung blicken - und erkennen, dass die Dinge ganz anders sind als sie uns hier im Sichtbaren erscheinen. Der göttliche Mensch kann jedoch nicht nur die Raumzeit lenken, sondern auch den Zeitraum. Er wirkt nicht mehr nur auf der Ebene der Wirkungen, sondern auf der Ebene der UR-sachen. Der Neue Mensch transzendiert alle Fixierungen und Prägungen. Hier erwacht sein wahres Schöpfersein.
Neondenken
Uranus ist unsere Fähigkeit, kosmisches Wissen, reines Denken zu empfangen, das noch nie gedacht worden ist. Zeitraumdenken, Überlichtgeschwindigkeitsdenken. Neondenken. Das Denken der neuen Zeit, des neuen Menschen (versus unser gewohntes Kohlensäuredenken, im Periodensystem der Elemente, das zwar sprudelt, aber selten zu einem Ergebnis führt). Neondenken kann nicht trainiert werden. Es öffnet sich ins uns von selbst, sobald wir unser Gehirn in einem ausreichenden Maße von allen möglichen Prägungen und eingravierten Gedankenautobahnen, und den damit einhergehenden 'Bewusstseinsschlacken' bereinigt haben. Bis dahin wird alles, was wir denken und tun, auch wenn wir meinten es wäre etwas Neues, nur etwas sein, was schon irgendwo im Morphofeld des kollektiven Menschseins vorhanden war. Und damit auch nicht unser Ureigenes ist. Das kommt erst im Neondenken.
Und nur hier passiert wahre Neuschöpfung. Neuschöpfung unser Wirklichkeit. Und erst hier beginnen wir, etwas zur Entwicklung unseres kollektiven Menschheitsbewusstseins beizutragen. Da wo im Menschen das Göttliche aus dem Sog des Massenbewusstseins erwacht, und fragt: mi amar. Hebräisch: Who said so? Wer hat das behauptet, wo steht das geschrieben? Schöpfung im Wort, und Gott sprach.

Sternenwissen
Als göttliche wie irdische Wesen werden wir nun immer mehr erwachen, in unsere Funktion als Kanal für kosmische, göttliche Information, Sternenfrequenzen. Als Wasserwesen resonieren wir, wie Rosa Maria aus Tiwanaku am Titicacasee sie kürzlich bezeichnet hat, mit den sacred waters, heiligen Wassern der Erde, als mirrors of the heaven, als Spiegel des Kosmos, in und durch die neue Informationen auf Mutter Erde strömen. Kürzlich hatte ich berichtet über eine unglaublich tiefe persönlich Erfahrung mit Sternenwissen, wie einen gleißenden Fluidum, am heiligen Mont Sainte Odile berichtet. Wir dürfen uns in dieser neuen Zeit wieder als diese unendlich große Wesen wahrnehmen, die wir sind, eingewoben in ein riesiges kosmisches Netz, Lattice. Letztlich steht sowieso alles geschrieben, ist maximal intelligent kosmisch orchestriert. Das einzige, was unsere Aufgabe ist, den Weg in uns freizumachen, dass sich diese göttliche Ordnung entfalten kann - ins uns, und damit im ganzen Universum.
Oder wie aus 'Der Seher' von Lars Muhl:
'Lasse geschehen auf Erden, was in den Sternen geschrieben steht. Entfalte das Licht des Universums in jedem und durch jeden von uns, in Übereinstimmung mit den universellen Gesetzen.' Himmlischer Urgrund. Dein Wille geschehe. Wie im Himmel so auf Erden.
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Empfehlung:
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Weiterführende Literatur:
Haich, Elisabeth (1954). Einweihung. 8. Auflage, 2024. Aquamarin Verlag, Grafing.
Weinreb, Friedrich (1982, 20). Astrologie der jüdische Mystik. Thauros Verlag, Weiler im Allgäu.
Weinreb, Friedrich (1989, 2012). Schöpfung im Wort. Die Struktur der Bibel in jüdischer Überlieferung. Verlag der Friedrich Weinreb Stiftung, Winterthur.
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