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Über Weihrauch, Myrrhe & Gold

  • Laura Deichl
  • 16. Jan. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Jan.

Die drei magoi, die Weisen aus dem Orient, brachten dem göttlichen Kind zur Geburt Weihrauch, Myrrhe und Gold. Warum sie seit jeher zusammengehören, und wie sie uns auf unserem Weg des Menschseins wunderbar unterstützen.




Weihrauch und Myrrhe, Transzendenz und Materie, das Männliche und Weibliche. Bei uns kennt man heutzutage meist nur noch das Räuchern von Weihrauch aus der kosmisch orientierten und sehr patriarchal geprägten christlichen Kultur. Doch hat zum Weihrauch früher immer die Myrrhe gehört. Denn der Weihrauch öffnet uns beim Räuchern dem Transzendenten, Geistigem, dem Vater Himmel, so wie die Myrrhe uns der Mutter Erde öffnet, dem Irdischen, dem Weiblichen, Körperlichen. So wurden in alten Zeiten oft beide Harze zu gleichen Teilen verräuchert – der Weihrauch für die Durchdringung der Materie mit Geist, die Myrrhe um uns der Heiligkeit der Materie selbst zu öffnen. Dazwischen liegt das Gold, unser Herz und unsere Ichkraft. Womit wir die Trilogie von Weihrauch, Myrrhe und Gold vollständig hätten. Wie sie als Gaben schon die drei Weisen, Könige, Magier (magoi) aus dem Morgenland, die der okkulten Dinge kenntlich warten, als Gaben bei sich hatten. Über Weihrauch, Myrrhe und Gold. Und ihre Bedeutung für unser Menschsein.



Weihrauch


Der Weihrauch ist das getrocknete Harz der Boswellia Bäume (Boswellia spp.), von denen es etwa 20 bis 30 Arten gibt, die alle im orientalischen Raum beheimatet sind. Sie gehören wie die Myrrhenbäume zu den Balsambaumgewächsen (Burseraceae).


Der Weihrauch unterstützt beim Räuchern das Männliche, Transzendentale und Geistige. Der Weihrauch öffnet uns dem Himmel. So kennt man den Weihrauch aus vielen sakralen Traditionen, vor allem den kosmisch orientierten wie dem Christentum. Weihrauch wurde schon im alten Ägypten, bei den Römern und Griechen zum sakralen Räuchern verwendet, sowie heute noch in der katholischen und orthodoxen Kirche. Der Weihrauch öffnet den spirituellen Raum und unseren Zugang ins Geistige. Bei der Hausräucherung wirkt er segnend und reinigend. Weihrauch hilft bei der Kontaktaufnahme mit den Ahnen und unterstützt die Lösungsarbeit.


Im Hexagramm und der Miasmatik ist er Weihrauch das Dreieck mit Spitze nach unten (siehe Bilder unten), das sich wie ein Trichter dem Kosmos öffnet, dem Göttlichen. In der systemischen und Heilungsarbeit wird der Weihrauch unter anderem eingesetzt, wenn jemand mit dem eigenen Vater hadert, und währenddessen permanent das Göttliche sucht. Dazu gehören auch das Hadern mit Gesetzen, Vorgesetzten oder Autoritäten. Der Schlüsselsatz des Weihrauch wäre 'Ich nehme den Vater ganz. Ich nehme de Himmel ganz'. Beide sind gleichbedeutend, denn wer den eigenen Vater nimmt, muss Gott nicht mehr suchen.




Myrrhe


Die Myrrhe ist das getrocknete Harz der Myrrhenbäume (wie Commiphora myrrha), die in Vorderasien und Nordafrika zu finden sind. Sie gehören ebenfalls zu den Balsambaumgewächsen und wachsen als dorniger Busch oder Strauch. Das orangebraune Harz wird in Handarbeit abgesammelt und getrocknet.


Auch die Myrrhe wird seit Urzeiten zu sakralen wie heilkundlichen Zwecken verwendet. Wie der Weihrauch das Männliche, Transzendentale und Geistige verkörpert, so repräsentiert die Myrrhe das Weibliche, Irdische und Körperliche. Myrrhe kommt etymologisch vom arabischen Murr ‚bitter’, was ihren balsamischen, aber leicht bitteren Geruch und Geschmack beschreibt. Die Myrrhe öffnet und beim Räuchern der Magie der Materie selbst. Sie öffnet unsere Intuition und verbindet uns mit der Erde, der Großen Mutter. Die Essenz der Myrrhe ist das Achten und Würdigen des Weiblichen. Die Myrrhe eignet sich daher besonders, wenn in einem Familien- oder Haussystem das Weibliche außer Balance ist oder geringschätzt wird, oder in der Vergangenheit dahingehend auch Gewalt ausgeübt wurde. Zudem unterstützt sie unser Ja zur Schöpfung und allem was ist, und hilft uns bittere Themen zu akzeptieren und verstoffwechseln. Zum Erden können wir einem Menschen die Fußsohlen mit Myrrhe räuchern.


Die Myrrhe wäre schließlich das Dreieck mit Spitze nach oben, das sich der Erde öffnet. In der systemische Arbeit wird sie unter anderem verwendet, wenn jemand mit der Materie, dem inkarnierten Leben oder der eigenen Mutter hadert. Die Myrrhe unterstützt unser 'Ja' zu unserem inkarnierten Leben mit allen seinen Bewegungen, auch wenn sie noch so bitter erscheinen mögen. Dazu gehören verschiedene Inkarnationsthemen, Themen des Mütterlichen, doch insbesondere auch Themen die konkret mit materiellen Themen wie Geld, Grundbedürfnisse etc. zu tun haben. Der Schlüsselsatz der Myrrhe ist 'Ich nehme die Mutter ganz.Ich nehme die Erde ganz.' Beide sind wieder gleichbedeutend, denn wer die Mutter nimmt, muss der Erde nicht mehr entfliehen.






In der Mitte liegt das Gold


Im Hexagramm als dem alten Sonnensymbol vereinen sich die Dreiecke mit Spitze nach unten wie oben, Geist und Materie, Feuer und Wasser, Weihrauch und Myrrhe, unser göttliches und unser irdisches Dasein im Gold, dem ewigen Lichts des menschlichen Bewusstseins, unseres Herzens. In der Miasmatik wären wir hier im Miasma der Skrophulose. Das Miasma der größten Wandlungskraft. Diesem ist astrologisch die Sonne zugeordnet, und von den Metallen eben das Gold. Die Sonne und das Gold stehen seit jeder für das Herz des Menschen und den Weg des Menschen. Der Weg in die Sonne ist der Weg ins Ich-Bewusstsein, der innere Erkenntnisweg in die eigene Strahlkraft.



Christusbewusstsein & der vollendete Mensch


Womit wir die Triologie von Weihrauch, Myrrhe und Gold vollständig hätten. Wie sie als Gaben schon die drei Weisen, Könige, Magier (magoi) aus dem Morgenland, die der okkulten Dinge kenntlich warten, als Gaben bei sich hatten. Caspar, Melchior und Balthasar, der Heiler, der Priester und der Herrscher, sie bringen Myrrhe, Weihrauch und Gold. Sie bringen die heilige Dreiheit von Körper, Geist und Seele, Mutter, Vater und Kind, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Ausdruck. Ein tiefer Ausdruck dessen, was Christusbewusstsein bedeutet, und darin, wie wir Menschen eigentlich gemeint sind. Als Mittler zwischen Himmel und Erde.


Dort, wo wir mit dem Licht unseres Geistes die Materie vollends durchdringen und erkennen, dass der Himmel immer schon auf Erden war.









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