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Pulsatilla, die Küchenschelle - die zarte, empfindsame Frau

  • Laura Deichl
  • vor 2 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Die Pulsatilla, Küchenschelle. Ein ganz große Frühlingsbotin. Sehr selten ist sie geworden, aber eine ganz große Pflanze der Frauenheilkunde. In ihrem Wesen ist sie sehr merkuriell. Sie ist die zarte, sanfte Frau, die oft überempfindsam auf das Außen reagiert.




Die Pulsatilla, Küchenschelle. Ein ganz große Frühlingsbotin. Sehr selten ist sie geworden, aber umso freudiger entdeckt man sie, wie ich kürzlich in den Wacholderweiden im Lauterachtal, und da sogar in großen Mengen. Sie ist wohl insbesondere bekannt aus der Homöopathie und hier tatsächlich vorwiegend ein Frauenmittel. Pulsatilla ist in ihrem Bild sehr feminin und beschreibt die Frau, die tendenziell sehr zart und empfindlich auf ihre Umwelt reagiert, dabei sehr emotional und in ihren Stimmungen sehr wechselhaft sein kann, und grundsätzlich oft tränenreich und nahe am Wasser gebaut ist. Darüber hinaus ist die in ihrer Signatur sehr merkurielle Pulsatilla schon immer eine große Pflanze der Frauenheilkunde. Aus den alten Schriften der Kräuterkunde kennt man sie unter anderem als eine Pflanze, die einst zur Gebursterleichterung und für ihre Wirkung auf die Gebärmutter verwendet wurde, daher auch ihre alten Namen Bärblume oder Mutterblume. Über das Pflanzenwesen der Pulsatilla und ihre heilkundliche Verwendung.



Botanik


Die Echte Küchenschelle oder Kuhschelle (Pulsatilla pratensis, Anemone pratensis) gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae). Sie wächst als ausdauernde, krautige Pflanze mit bodenständiger Rosette auf Magerwiesen oder in lichten Kiefer- oder Eichenwäldern auf kalkigem Boden. Die ganze Pflanze samt ihrer Stängel und quirlständigen, hochblattartigen Stängelblätter ist weich und silbrig behaart. Ihre nickenden Blüten sind tief violett mit gelben Staubblättern. Die Küchenschelle blüht je nach Standort von März bis Mai. Wie alle Hahnenfußgewächse enthält sie unter anderem giftige Protoanemonine und gilt daher als Giftpflanze.


Hinweis: Die Küchenschelle gilt als gefährdet und ist geschützt (Rote Liste). Sie darf deshalb auf keine Fall gesammelt werden. Nur Topfpflanzen (im Handel erhältlich) oder aus dem eigenen Garten verwenden.



Pflanzenwesen


Das Pflanzenwesen der Pulsatilla nehme ich als unglaublich warm, sanft und weich war. Darin ist gleichermaßen eine große Klarheit, aber nicht auf der mentalen, sondern eher auf der emotionalen Ebene. Trotz ihrer nickenden Köpfe ist ihr Wesen für mich ein sehr offenes und weites. Diese Offenheit im Wesen lässt schon ihre sehr merkurielle Natur erkennen, ebenso die Blüten in violett und gelb. Denn Merkur sind unter den Planeten das Violett und vor allem die Komplementärfarben zugeordnet. Violett zeigt in der Pflanzenwelt als 'dunkelste Farbe' auch immer einen Bezug zur Melancholie und Trauer, ebenso zur Transzendenz und geistigen Welt. So wurde Violett früher viel in der Kirchenmalerei verwendet. So erinnern auch die nickenden Blütenköpfe der Küchenschelle an den Menschen, der den Kopf hängen lässt. Ebenso die sehr zarte und filigrane Gestalt der Pulsatilla sowie ihre langen Stängel sind mit Merkur assoziiert, was schon ihre Wirkung auf Menschen von sehr zart besaiteter, eher nervöser und empfindsamer Natur erahnen lässt. Für mich jedes Mal auffallend ist hier auch ihre ausgeprägt starke Reaktion auf kleinste Luftbewegungen und Wind, was ebenso wieder die Empfindsamkeit ihres Wesen auf das Außen zeigt. Damit geht auch ihre unglaublich auffällige, silbrig weiche Behaarung einher, legt sie doch damit, wie Margret Madejsky mal so schön geschrieben hat, einen Pelzmantel um sich, der vor dem noch kalten Frühlingswetter schützt. Silber ist in der Astrologie der Heilpflanzen der Mond, was auf ihre Bedeutung in der Frauenheilkunde hinweist. Sowohl Merkur als auch Mond verweisen auf das Wechselhafte in der sehr femininen Pulsatilla (der Merkur ist das Dynamische, Wechselhafte, der Mond mit seinen Phasen und seiner Wirkung auf Ebbe und Flut ebenso). Wie das Frühlingswetter im April sich mal sonnig und warm zeigt, mal in Regen, Hagelschauern oder Schneestürmen, so wechselt auch die Stimmung der Pulsatilla-Frau von guter Laune zu vielen Tränen.


Die Pulsatilla wächst auf mageren, trockenen, also nach der antiken Elementenlehre warmen Böden, was der grundsätzlichen Gefühlswärme der Pulsatilla entspricht (während sie im körperlichen quasi permanent friert). Sie ist in ihrem Vorkommen sehr selten geworden, aber wo sie, da ist sie oft in großen Mengen und verbreitet sich flächig - wie auch die Pulsatilla in ihrer wechselhaften und oft tränenreichen Stimmungen gerne von ihren Liebsten umringt ist und sich dort trösten und gerne alle mit ihr mitleiden lässt. Sie ist die eher kindliche, mädchenhafte, oft leicht lenkbare Frau, die Beschützerinstinkte oder das Mütterliche bei ihren Mitmenschen weckt. Zudem ist die Pulsatilla unter den ersten Blühern im März oder April, und gehört damit zu den oft sonnenhaften Frühblühern, die die Lichtkraft wieder in die Landschaft bringen. Doch noch darüber hinaus, hat sie in meine Empfinden einen großen Sternenbezug, ist also in ihrer Empfindsamkeit sehr gut darin, kosmischen Frequenzen aus hohen Sternenebenen zu empfangen.






Heilkunde


Schon die Kelten und Germanen sollen die Küchenschelle als Frauenheilpflanze verwendet haben. So kannte man die Pflanze wohl schon zu Urzeiten für ihre Wirkung auf die Gebärmutter (daher auch ihre alten Namen Bärblume oder Mutterblume), verwendet als menstruationsförderndes wie auch aboratives Mittel. Ähnliches gilt für die Antike. Hier beschrieb Hippokrates die Küchenschelle als Mittel zum Auslösen der Menstruationsblutung sowie bei hysterischen Angstzuständen. Aus den alten Kräuterbüchern des 16. und 17. Jahrhunderts kennt man die Pflanze dahingegen eher als reinigenden Mittel, so zum Beispiel bei Leonhardt Fuchs. Heute ist die Küchenschelle in der überlieferten Heilkunde in der Hintergrund geraten, wohl zum einen weil sie geschützt ist, zum anderen weil Präparate aus der frischen Pflanze bis zur homöopathischen D3 Potenz heute auch rezeptpflichtig sind.


Wegen ihrer Hauptinhaltsstoffe, den Protoanemonine und Triterpensaponine, gilt die Küchenschelle als Giftpflanze (beim Trocknen bauen sich die Protoanemonine in unwirksame Stoffe um, also keinenfalls frisch verwenden). Heute wird sie fast nur noch homöopathisch eingesetzt, das aber auf sehr vielen Gebieten der Frauenheilkunde. Die Küchenschelle wirkt menstruationsfördernd, wehenerregend, krampflösend, schleimlösend, nervenstärkend, keimtötend und (entgegengesetzt wie die frische Pflanze abtreibend wirkt) fruchtbarkeitssteigernd, zudem gelbkörperhormonartig. Sie wird unter anderem bei verschiedensten hormonellen Leiden (Merkur!) wie zu schwacher oder ausbleibender Regelblutung, prämenstruellem Syndrom, Neigung zur Unfruchtbarkeit und Fehlgeburtsneigung besonders in Folge von Gelbkörpermangel, Blasenentzündungen, Weißfluss, zur Geburtsvorbereitung oder bei Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt. Auf der seelischen Ebene bei tränenreichen Stimmungsschwankungen.


Als Konstitutionsmittel ist Pulsatilla, wie oben beschrieben, für die zart besaitete, sehr empfindsame Frau mit wechselnden Stimmungen und eben oft den gerade beschriebenen körperlichen Themen. Wie Boericke schreibt, sie ist das "Mittel der zarten, blutarmen, nervösen Weiblichkeit." Oder Hahnemann selbst (zit. nach Julius Metzger), wenn "ein schüchternes, weinerliches, zu innerlicher Kränkung geneigtes, wenigstens mildes und nachgiebiges Gemüth im Kranken zugegen ist...".







Rezept - Blutungsfördernder Küchenschellenwein (nach Margret Madejsky)


40 g getrocknetes Küchenschellenkraut (geschützt! nur aus dem Handel oder eigenen Garten)

700 ml Weißwein


Küchenschellenkraut fein gerebelt mit Weißwein in einen Top geben und erhitzen. Wenn der Wein siedet, vom Herd nehmen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Noch lauwarm mit 1-2 TL Honig süßen. Durch ein Tuch filtern und auspressen. In eine saubere Flasche abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren. Für einige Wochen haltbar.


Margret Madejsky empfiehlt zur Anregung der Menstruationsblutung Nichtschwangeren 2-3 Likörgläschen á 20-30 ml pro Tag bis die Blutung einsetzt.





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HINWEIS: Die Küchenschelle gilt als gefährdet und ist geschützt (Rote Liste!). Sie darf deshalb auf keine Fall gesammelt werden. Nur Topfpflanzen (im Handel erhältlich) oder aus dem eigenen Garten verwenden. Diese Informationen ersetzen nicht die Beratung eines Arztes, Apothekers oder Heilpraktikers. Alle erwähnten Heilpflanzen haben wissenschaftlich belegte Wirkungen oder haben ihre Tradition in der überlieferten Heilkunde und werden schon lange erfolgreich eingesetzt.




Empfehlung:


KRAUT & LAND | Frühjahrs Edition Viriditas - Grünkraft, Reinigung & Äther. 25.4.26. Amberg, Umgebung. Infos & Anmeldung hier.


Pflanzendevas | Intensivseminar. Die kosmisch-irdische Pflanzenarbeit. 4.-7.6.26, Lindenhof/Tuttlingen. Infos und Anmeldung hier.







Literatur:


Bailey, Philip M.1998). Psychologische Homöopathie. Persönlichkeitsprofile von großen homöopathische Mitteln. Knaur, München.


Madejsky, Magret (2019). Lexikon der Frauenheilkräuter. 9. Auflage. AT Verlag, Baden und München.












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